Robben auf der Islas de Damas, Naturschutzgebiet Humboldt
Jetzt melde ich mich endlich mal wieder. Ich habe wunderbar entspannte, sonnige (aber windige) Tage in La Serena verbracht und war dann noch zwei Tage in Viña del Mar bei einem „Freund des Hauses“. Ich hätte die Krankenversicherung vielleicht doch nicht abschließen sollen, er ist Arzt und würde mich rund-um-versorgen ;-)
Aber alles der Reihe nach: Ich bin in der Nacht von Samstag auf Sonntag nach La Serena gefahren worden, die Busse sind eigentlich sehr bequem, aber mein „Motorradknie“ hat nach sieben Stunden Fahrt doch geschmerzt. Außerdem bin ich ganz alleine gefahren, weil Lars seine Bankkarte am Donnerstag in Bankautomaten gelassen hat. Ich war etwas besorgt, weil mein Spanisch immer noch nicht so besonders gut ist und ob ich Leute kennen lernen würde oder die ganze Zeit mit mir alleine sein würde… Was man halt so denkt.
Glücklicherweise bin ich im richtigen Hostel abgestiegen (Casa Maria, kann ich jedem empfehlen) und habe nach einem kleinen Spaziergang durch die (kleine) Innenstadt inklusive Besuch des örtlichen archäologischen Museums mit einem dieser Köpfe von den Osterinseln (Rupa Nui) direkt ein paar Jungs (Luke, Ger und Gilly) kennen gelernt – mit denen ich den Nachmittag am Strand verbracht habe.
Montag sind wir (die drei Jungs und ich) zur Isla de Damas gefahren, eines der bekanntesten Naturschutzgebiete mit Humboldt-Pinguinen (die echt winzig sind), Seelöwen, vielen Vögeln und ab und zu Delfinen. Delfine haben wir auch gesehen, ungefähr für 1/3 Sekunde. Allerdings haben sie dort den Strand mit dem weißesten Sand, den ich je gesehen habe. Wahnsinn.
Die nächsten Tage haben wir am Strand verbracht, ich bin auch mal ins Wasser gehüpft und habe bodyboard-surfing ausprobiert. Mit Neoprenanzug, denn das Meer ist dort unglaublich kalt. Wie eigentlich insgesamt an der Küste von Chile. Allerdings kam ich mir superprofessionell vor, in einem schicken Neoprenanzug, mit lustigen Flossen und einem bunten Board… Die Jungs haben mir erst nachdem ich den Anzug an hatte gesagt, dass ich einfach in den Anzug pinkeln solle, wenn… usw. WEIL DAS JEDER MACHT. Super. Naja, ich hoffe einfach mal, dass die Anzüge regelmäßig gewaschen werden.
Einen Tag war ich dann mit der Australierin (Sarah), die zu uns gestoßen ist, und Ger in Pisco Elqui, also dort, wo der Pisco herkommt, das Nationalgetränk Chiles schlechthin. Ziemlich touristisch, aber eigentlich ganz nett. Nachmittags sind wir gemeinsam mit Ramón („Fragt einfach nach Ramón, die wissen schon, wen ihr sucht“ – hat funktioniert) auf Pferden oberhalb des Dorfes zwei Stunden unterwegs gewesen. Die armen Viecher sind ziemlich mager und schlecht trainiert, außerdem mit null Reaktion auf Schenkelhilfen… Wie Schulpferde in Deutschland eben auch. Aber dafür konnte ich mal „amerikanische“ Art zu reiten ausprobierten, die Pferde reagieren nicht auf Zug im Mundstück, sondern auf Berührung der Zügel am Hals, man kann also einhändig reiten, weil man immer beide Seiten rumzieht (schlecht erklärt, oder??)
Am 18. war mal wieder ein Nationalfeiertag, weswegen wir ja auch die ganze Woche keine Uni hatten. An diesem Tag grillt man normalerweise mit der ganzen Familie und betrinkt sich unglaublich, zweiteres macht man eigentlich die ganze Woche. Am 18. hat kein (großes) Geschäft offen, man bekommt kein Brot und ganz La Serena war wie ausgestorben (bis Abends).
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Zu den Geschäften: hier gibt es unglaublich viele kleine Geschäfte, die alles möglich zu essen haben, Brot, Gemüse, Obst, Milch, Joghurt, Brot und ein paar analkoholische Getränke. Für Alkohol muss man nach Ladenschluss (normalerweise 21 oder 22 Uhr) zu den sogenannten Botellerias, die einfach alles an Alkohol haben, was man sich vorstellen kann. Außerdem haben sie natürlich auch Schokolade, die hier übrigens wahnsinnig teuer ist.
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Freitag auf Samstag Nacht bin ich von La Serena nach Viña del Mar gefahren, etwa 1h im Auto süd-westlich von Santiago, direkt am Meer (wie der Name schon sagt) und im Prinzip verwachsen mit Valparaíso, der Nachbarstadt. Dort haben Carla und Lars auf mich „gewartet“, sie haben mich gemeinsam mit Cristian (dem Gastgeber und oben erwähnten Arzt) morgens um 6 vom Busbahnhof abgeholt – und hatten die Nacht durchgemacht. Ich hab dann auch noch mal ein bisschen geschlafen, gefrühstückt, Spaziergang am Stausee bei Cristian um die Ecke, dann haben wir eine kurze Valparaísotour gemacht, gegessen, und sind ins „El huevo“ („Das Ei“), um dort zu tanzen. Ich habe mich dann auch mal im Gueco (ich bin mir nicht sicher, ob das so geschrieben wird. Traditioneller chilenischer Tanz, in dem jeder Tänzer mit einem weißen Tuch in der Luft rumwedelt) versucht, bin aber anscheinend was das angeht nicht so begabt. Außerdem hat überraschenderweise ein Band gespielt, hat mich sehr gefreut und die Musik hat mir gut gefallen – Ska gemischt mit Rock gemischt mit Salsa gemischt mit „Volksmusik“.
Tja, seit Montag morgen bin ich wieder in Santiago, diese Woche schreibe ich drei sogenannten „certamenes“, die in der Mitte des Semesters eben geschrieben werden. Mal schauen, ob ich bestehe oder nicht, manchmal verstehe ich die Frage einfach nicht. Und ganz ehrlich: so viel hab ich auch nicht gelernt. Wird sich im Laufe der nächsten Woche herausstellen.
Am Dienstag oder Mittwoch kommen die Leute aus La Serena in Santiago an, bevor sie weiter – bzw. nach Hause reisen. Mit den Chaoten verstehe ich mich echt gut. Ich freu mich schon.
P.S.: Bin auch voll braun geworden ;-) Und wieder irgendwo in der Nähe meiner Naturhaarfarbe!