Dienstag, 5. Februar 2008

Die Wildnis ruft!!!!

Irgendwann Ende Januar bin ich in Chaitén angekommen, der ersten "Stadt" auf der Carretera Austral. "Carretera" heisst "Autobahn", wer sich die A3 vorstellt, liegt falsch, eigentlich besteht sie hauptsaechlich aus Schotterpiste und eigentlich regnet es staendig. Wenn aber die Sonne 2 Wochen ohne Unterbrechung scheint, verwandelt sich das ganze von Schlamm und staubiges Gebroesel, man ist komplett von oben bis unten eingesaut und schwitzt und ist dreckig und steht stundenlang in der Sonne, um evtl. von einem der wenigen vorbeifahrenden Autos mitgenommen zu werden. Unterwegs trifft man eigentlich nur Israelis... ganz seltsam, von Stgo bis Puerto Montt bin ich keinem einzigen begegnet. Die Israelis kommen nach ihrem Militaerdienst auf die Carretera Austral, fuer sie besteht Chile im Prinzip nur aus Carretera Austral (einer war von "Santiago" ueberfordert, meine Antwort, als er mich fragte, wo ich denn gerade wohne). Das liegt daran, das alle israelischen Internetseiten ueber Chile eben nur die C.A. angeben (und Pucón, aber da hab ich im November keine Israelis getroffen). Da ich leider kein hebraeisch kann, muss ich mich auf meine Gewaehrspersonen stuetzen ;-), die mir das so erklaert haben...
Ein paar Tage war ich auch mit einem Israeli unterwegs, im Parque Pumalin, noerdlich von Chaitén. Danach gings weiter nach Futaleufu, zum Raften (mit Marieke, die ich im Bus kennen gelernt habe, que buena honda!), einer der besten Fluesse der Welt... Grossartig!!! Mich hats rausgehauen, aber ich musste ja das Vorurteil der beiden Argentinier die mit im Boot sassen, dass Frauen nichts drauf haben, bestaetigen ;-). Nach und wieder weg von Futaleufu musste ich den Bus nehmen, in Villa St. Lucia sass ich 5h an der Strasse und keiner hat mich mitgenommen (fuhren alle nur ein bisschen weiter) und auf dem Rueckweg war das aehnlich, und weil ich nicht in Futaleufu versauern wollte...
Von Futaleufu an war ich mit 3 Argentiniern unterwegs, Mati, Ezequiel und Gastón, lustige Burschen, die nettesten (und ab und zu auch dreckigsten) Wirtschaftsstudenten, die ich bis jetzt kennengelernt habe. Alle drei studieren in Buenos Aires, da hab ich dann also auch schon meine Kontakte ;-)
Dann waren wir ein bisschen in Puyuhuapi (hoffentlich hab ich das jetzt richtig geschrieben, dieses Mapuche-Namen machen es einem echt nicht leicht!) und vorgestern sind wir sehr verdreckt in Coyhaique angekommen. Welch Unterschied zu meinem ersten Reisetag!! In Talca hab ich noch ein Taxi bis zum Hostal genommen, weil ich keinen Bock hatte 1,5km mit sooooooooooo viel Gepaeck zu laufen. Inzwischen ist mein Rucksack um 5kg schwerer (Zelt und Schlafsack) und wir sind geschlagene 3h durch die Stadt gelaufen, um einen Zeltplatz zu finden. Letztendlich haben wir wild an einem Fluss gecampt, wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen, das Wasser war uns ausgegangen, wir waren voellig verdreckt von der Carretera, die Strasse zwischen Puyuhuapi und Coyhaique ist naemlich so richtig schlecht: 220 km Strecke, davon knapp 70 geteert (die sind nicht das Problem), aber fuer die gesamte Strecke haben wir 6h gebraucht, alles in einem Verschlag von einem Laster...
naja, hier sind die Fotos, die die Erinnerung ein bisschen verschoenern werden!!!!


David, der Israeli mit dem ich in Pumalin war, und Julio, der uns bis nach Villa St. Lucia mitgenommen hat. Zwischendurch sind wir in einen der zahlreichen Fluesse gesprungen!!!Hier nochmal die Aussicht ohne die Jungs.... In Futaleufu, am Tag nach dem Raften, im Haus von einigen Guias (rafting-guides, hat es denn dafuer kein deutsches Wort???). Marieke und ich wurden "aufgerissen", sozusagen, im Buero, und haben abends kraeftig mit den Jungs gefeiert.


Gruppenbild mit allen (ausser Albert), rechts, das ist Marieke



auf dem Weg von Villa St. Lucia nach Puyuhuapi, mit den Argentiniern, von links nach rechts: Gastón, Mati, (ich) und Ezequiel.


riesiger Kaefer in Puyuhuapi



auf dem Weg zum Gletscher im Parque Queulat (shit, das bild vom Gletscher ist gerade verschwunden und ich hab keine Zeit mehr!!!)

Ein echter Trucker! ;-) Unsere Mitfahrgelegenheit auf dem Weg von Puyuhuapi nach Coyhaique. (der rechts - links, das ist nochmal Gastón, der im Uebrigen auch DEN Satz von sich gab, so dass ich fast auf der Carretera umgekippt waere: "Cuando nos casemos" - wenn wir dann heiraten.


Blick von unterwegs...


Die Carretera Austral... und so aehnlich 6h lang... im Verschlag eines Lasters...







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